Zeitungsartikel „Haus der Musik“ Dossenheim
Der Zufall brachte uns zur Eröffnung der Sommer-Saison 26 eine doppelte Ladung Blues in den „Garten“ am Haus der Musik und in die Museumsscheuer
Doppelte Ladung Blues
Der Zufall brachte uns zur Eröffnung der Sommer-Saison 26 eine doppelte Ladung Blues in den „Garten“ am Haus der Musik und in die Museumsscheuer, mit den Bands Mojo Hand und Maurice „Big Mo“ Huffman & Friends hatten wir zwei Top-Formationen dieses Genres auf der Bühne.
Garten-Konzert mit Mojo Hand
Jürgen „Mojo“ Schultz, einer der vielseitigsten und besten Gitarristen Süddeutschlands, feiert mit seiner Band Mojo Hand dieses Jahr sein 40-jähriges Jubiläum. Dass er in dieser Zeit nichts verlernt hat, sondern im Gegenteil offensichtlich bestens gereift seine Gitarren klingen lässt, bewies er am 9. Mai zusammen mit seinen Kollegen Konrad Fink (Bass), Matthias Huber (Drums), Albert Koch (Harp, Voc.) und Wins Dyer (Voc.), die ebenfalls wahrhaftig wissen, wie mit ihren Instrumenten bzw. dem Mikrofon umzugehen ist. Besonders bei mir hängen geblieben ist der herrlich entspannte „Walkin’ Bass“, den stets dabei lächelnd Konrad Fink locker aus der Hand schüttelte – und dann dieser Derwisch Albert Koch mit seinen Mundharmonikas! Dieser Typ aus Kaiserslautern spielte uns tatsächlich und wahrhaftig dieses Blues Jahrhundertwerk „Room to Move“ von John Mayall, eine wilde Nummer, in der Mayall, begleitet nur von einer akustischen Gitarre, singt und Mundharmonika spielt, dazu ins Mikrofon Beat Box ähnliche Laute und Töne poltert, etwas Vergleichbares fällt mir nicht ein. Mayall, ebenso Alexis Korner, gehören zu den Urgesteinen der britischen Blues-Szene. Ein gewisser Eric Clapton verdiente sich einst die ersten Sporen in seiner Band, den „Bluesbreakers“, ebenso Peter Green und John McVie (die später Fleetwood Mac gründeten …).
Albert Koch spielte und sang dieses Stück nicht nur original getreu nach, sondern interpretiert und variierte, bis einem schwindelig dabei wurde, begleitet von Jürgen „Mojo“ Schultz (das er dabei eine Stahlsaiten-Gitarre benutzte, und nicht wie im Original eine mit Nylon Saiten, können wir gerade noch durchgehen lassen …). Schultz beherrscht seine unzähligen Gitarren mit selbstverständlicher und souveräner Virtuosität, unglaublich. Besonders imponiert hat mir sein Slide Gitarre Spiel (für Gitarristen: auf einer von Andreas Lang/Frankenthal gebauten sog. Hollowbody in Telecaster Form, gespielt in Open G Stimmung). Schlagzeuger Matthias Huber lieferte einen wunderbaren Groove und ein bejubeltes Solo, Sänger Wins Dyer hat genau diese Südstaaten „Swamp Music“ Stimme mit deutlichen Soul-Wurzeln, die eine solche Band braucht. Besser konnten wir die neue Saison bei (noch) bestem Wetter nicht starten. Danke, Mojo Hand, das war klasse!